Ist Reisen nachhaltig?

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Ist Reisen nachhaltig?

Wenn wir ehrlich sind und der bitteren Wahrheit ins Gesicht blicken, dann müssen wir ganz klar zugeben – NEIN, ist es nicht.

Die meisten Reisen finden nun einmal mit einem Flugzeug statt (natürlich gibt es auch einige die mit dem Wohnmobil, Auto oder der Fähre reisen, auf diese Dinge werde ich hier aber nicht eingehen).

Hier könnt ihr einmal euren CO2 Ausstoss errechnen (vielleicht für eine geplante oder vergangene Reise).

Exkurs Kreuzfahrt

Ein großes Kreuzfahrtschiff mit bis zu 6780 Passagieren verbraucht davon mindestens 150 Tonnen CO2 pro Tag. Täglich verlassen rund 450 kg Feinstaub die Schornsteine. Das entspricht dem Ausstoß von unglaublichen 21,45 Millionen VW Passat Variant 2.0 TDI mit 190 PS. Zum Vergleich: In ganz Deutschland fahren 45,8 Millionen Autos. Auch bei den Stickoxiden sind die Ozeanriesen keine Umweltengel: Fünf Tonnen NOX am Tag entsprechen dem Ausstoß von 1,42 Millionen VW Passat.

Flugreisen

Ein Beispiel, das viele hoffentlich nachvollziehen können: gemäß dem CO2-Rechner der gemeinnützigen Gesellschaft Klimaktiv ist ein Passagier auf einem Economy-Flug von Düsseldorf nach Mallorca und zurück für den Ausstoß von 0,75 Tonnen CO2 verantwortlich. Bei Transatlantikflügen von Düsseldorf nach New York und zurück fallen gemäß Rechner bereits 3,65 Tonnen CO2 an. Da sind reisen, die wirklich oft stattfinden.

Der Ausblick: Will man also den Temperaturanstieg um mehr als zwei Grad in diesem Jahrhundert verhindern, ist es notwendig, im Jahr 2050 bei lediglich 1 Tonne Treibhausgas pro Kopf zu landen. Nach dieser Rechnung wäre Fliegen in Zukunft praktisch tabu. Schade Banane.

Ich möchte ganz klar jetzt nicht sagen, wir sollten nicht mehr in den Urlaub fliegen oder verreisen, aber ich finde wir sollten uns einmal bewusst darüber werden, was es für Auswirkungen auf die Umwelt und unsere Luft hat. Und deswegen sollten wir vielleicht einmal zuerst damit anfangen dreimal zu überlegen, ob eine bestimmte Reise unbedingt mit dem Flugzeug sein muss oder ob öffentliche Verkehrsmittel eine Option sind.


Was können wir jetzt also tun?

Fangen wir mit Dingen an, die wirklich nicht schwer umzusetzen sind:

  • Flugreisende haben die Möglichkeit, CO2 zu kompensieren. Sie zahlen dafür einen Beitrag an eine Organisation, die das Geld in zertifizierte treibhausgasmindernde Investitionen vor allem in Entwicklungsländern steckt. Was der Verbraucher ausstößt, wird anderswo eingespart. Umweltexperten sagen jedoch: Verzicht ist stets die erste Wahl. Ist dieser nicht möglich, sollte man über eine Kompensation nachdenken. Die Airlines bieten ebenfalls die Carbon Offset Option an (Lufthansa, United Airlines usw.) Hier kann man sogar die gesammelten Miles nutzen, um diese Carbon Offset Gebühr zu begleichen. Wenn man mehr Einfluss haben möchte, kann man auf Seiten wie carbonfootprint.com selbst aussuchen, wie man seinen Carbon Offset einsetzen möchte. Achtet bitte darauf, dass euer Caron Offset mit einer zertifizierten Organisation ist (Gold Standard, CDM, VCS usw.).
  • Engagiert euch vor Ort. Zuallererst sind wir in dem Land, wo wir hier sind Gäste. Deshalb sollten wir uns auch entsprechend benehmen. Wir sollten keinen unnötigen Müll verursachen, den Müll entsprechend entsorgen und wenn sogar möglich uns vor Ort engagieren.
  • Der Südseestaat Palau hat eine ganz neue Herangehensweise an diese Problematik: jeder Tourist, der nach Palau kommt, muss eine Erklärung (die in dem Reisepass als Stempel platziert wird) unterschreiben, in der er/sie versichert sich nachhaltig zu verhalten und Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen.
  • Wenn ihr ans Meer reist macht bei den zahlreichen Beach Cleanups mit. Dort sammelt man in einer großen Gruppe Müll von den Stränden auf, lernt neue Menschen kennen und tut etwas nachhaltiges für die Umwelt. Wenn kein Beach Cleanup stattfindet nehmt euch selbst eine Tüte und eine Std. und sammelt den Müll am Strand auf. Wenn einer anfängt, werden bestimmt innerhalb von kurzer Zeit mehr dazu kommen (habe ich selbst ausprobiert, funktioniert immer).
  • Korallen, Muscheln und Steine als Mitbringsel sind tabu. Ich sammle selbst gerne Muscheln, aber tatsächlich stehen viele Muscheln unter Artenschutz und daher ist es für mich jetzt nicht mehr eine Option.
  • Vermeidet die sogenannten „single use plastics“, sprich Plastiktaschen, Strohhalme und Wasserflaschen. Bringt eure eigenen Stofftaschen zum einkaufen mit, verzichtet auf Strohhalme (oder nutzt Alternativen aus Metall und Bambus, kann man oft vor Ort kaufen oder einfach mitbringen im Handgepäck, mache ich auch) und bring eine eigene Wasserflasche mit, die ihr auffüllen (im Hotel und Restaurant) könnt (so müsst ihr keine neuen Plastikflaschen konsumieren). Eine tolle Möglichkeit dafür bietet die faltbare Silikonflasche von Semptec. Man kann sie praktisch zusammenfalten und überall mit hinnehmen. Es gibt aber noch weitere Anbieter.

Nun zu ein paar Möglichkeiten, die vielleicht etwas unkonventionell sind, aber warum nicht einfach mal ausprobieren?

  • Muss es ein Mietauto sein?

Ich kenne das selbst, man möchte vor Ort so viel wie möglich sehen und unabhängig sein. Oft ist da ein Mietwagen, die beste Lösung.

Aber: viele Orte haben mittlerweile ein sehr gut funktionierendes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln. Sprich Benzinkosten, Parkkosten und der Stress in einer fremden Stadt zu fahren erübrigt sich. Hawaii zum Beispiel hat ein sehr gutes Bussystem, hier benötigt man kaum ein Auto. Auf der italienischen Insel Capri reißt fast niemand mit einem eigenen Auto an.

Oder wenn es möglich ist, einfach mal zu fuß gehen. Ist erstens gut für die Gesundheit, hinterlässt keinen CO2 Ausstoss und man sieht viel mehr von der Landschaft und der Kultur, als sich überall hinfahren zu lassen.

  • Mitfahrgelegenheiten, Carpooling, sich zusammenschließen

Funktioniert für Strecken in Deutschland schon ganz gut, warum also nicht für Sight Seeing im Urlaub? Solo Traveller können sich somit mit weiteren Solo Travellern oder anderen zusammenschließen, wenn gleiche Touren geplant sind. Es muss nicht immer über einen Anbieter laufen, wenn man es selbst für sich organisiert hätte, geht es auch für ein paar Personen mehr. So lernt man ebenfalls neue Menschen kennen und gemeinsam hat man oft viel mehr Spaß als alleine.

  • Eco Resorts

Diese Art der Resorts erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Nachhaltige Unterkünfte, die zum Beispiel auf Strom (in Tulum) komplett verzichten, ihr verbrauchtes Abwasser selbst wieder aufbereiten, die Kapazitäten sind begrenzt, es ist alles kleiner, schöner, privater und familiärer. Oft sind diese Eco Resorts mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet, leisten einen sozialen Beitrag (an örtlichen Organisationen) und sind in Tulum zum Beispiel sehr hip. Sie haben sich in ihrer Aufmachung komplett von anderen Massentourismusresorts abgehoben und man sollte sich selbst einmal fragen, zahle ich lieber ein klein wenig mehr wenn ich schon reise oder muss es alles nur billig sein?


Wahrscheinlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten hier die Liste fortzusetzen. Das waren jedoch meine wichtigsten Punkte und vor allem geht es mir darum, dass wir alle einmal unser gewöhnliches Verhalten überdenken. Wir sind nicht perfekt und man kann nicht alles direkt ändern. Aber wenn wir alle anfangen etwas zu ändern, wird es schon sehr viel bewirken, davon bin ich überzeugt.


Habt ihr euch schon den Beitrag von Miri www.thesoulfoodtraveller.com

angeschaut und beim nachhaltigen Gewinnspiel zum Nikolaus mitgemacht? 

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